Brief vom 13.08.1944
Jablunkau, d. 13.8.44
Meine lieben Eltern und meine lb. Ilse!
Ja, Ihr schreibt
mir ja genug, und das ist auch gut so und kann ruhig so bleiben, aber über mich
könnt Ihr Euch ja bestimmt auch nicht beklagen. Nicht wahr? Allerdings macht das
die Heilstube! – Nun aber will ich Euch auch mitteilen, daß Euer lieber Brief
soeben ankam. (Nr. 6) Des
___ Euch
eine schöne Sonntagsfreude! Gleich nach dem Mittagessen. Übrigens gab es heute
außer einer Suppe, Pellkartoffeln, Fleisch und Gurkensalat noch 5 Bonbons pro
Mann. – Wie gesagt, das Essen ist prima, nur müßte es mehr zu trinken geben.
Einen verfluchten Durst haben wir hier und Wasser dürfen wir nicht trinken,
wegen Vergiftungsgefahr. Mir fehlt eben Bier. – (Nach dem RAD, dann ...). Leider
ist Euer liebes Paket noch nicht angekommen. Hoffentlich hat man es nicht
irgendwo gestohlen! –
Aber, daß Ihr
mir so viel zu essen schickt, ist nicht unbedingt nötig! Ihr benötigt es
bestimmt eher als ich! –
--
Soeben hat uns
unser Hilfs-Heilgehilfe (das ist auch ein Arbeitsmann vom Beruf Drogist)
fotografiert. Alle 5 Mann aus der Heilstube auf einem Bett. Das wird bestimmt
ein prima Bild. –
Wegen der
Adresse von Fritz braucht Ihr Euch nicht weiter zu bemühen, die lasse ich mir
von der Firma gleich direkt schicken, da ja Fritz auch die Zeitung bekommt. Von
der Firma habe ich noch keine Post. –
Der aus Oelsnitz
mit in meinem Trupp ist heißt „Hammer“. Ich selbst kenne nur seinen Bruder, der
mit mir in die Volksschule gegangen ist. Das ist aber ein großer Angeber! –
Wegen der Sache
mit Elfriede, so wird es noch besser so sein, wenn ich es so mache, wie Ihr
schreibt. – War denn Frl. Puschmann bei Euch zu Besuch? – Vergeßt bitte die
beiden Bücher nicht gelegentlich mit abzugeben. Von meinen Büchern habe ich
nichts ausgelesen, außer diesem halb______
Buch, welcher
___
___. Aber ich glaube Sie hat die Briefe
noch nicht bekommen und zur
___ wird Sie
es dann noch
____. In unserer Bücherei
hier befindet sich nur „politisches“ Schrifttum und Kriegsliteratur. Romane
überhaupt nicht. –
Nun weiß ich
aber wirklich nichts mehr zu schreiben.
Bleibt alle
hübsch gesund und schreibt mir nur recht oft.
Es grüßt Euch
recht herzlich.
Euer Wolfgang